12.02.2010 - MAZ

GARNISONKIRCHE: Noch kein Antrag auf PMO-Mittel

Streit in Fördergesellschaft

Bislang hat die Stiftung Garnisonkirche noch nicht ihren Antrag zur Förderung des Wiederaufbaus aus Ex-SED-Geldern eingereicht. Das bestätigte der Vorsitzende der Fördergesellschaft Wiederaufbau Garnisonkirche (FWG), Johann-Peter Bauer, am Mittwoch bei einem „Offenen Abend".

Kurz vor Weihnachten hatte das Kulturministerium der Stiftung zwei Millionen Euro aus dem „Vermögen ehemaliger Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR" (PMO-Vermögen) in Aussicht gestellt. Die Mittel müssen bis Ende 2011 ausgegeben sein und für „investive" und „investitionsfördernde" Maßnahmen verwendet werden. In die Bauplanung dürfen dabei nur zwölf bis 20 Prozent jener Summe investiert werden, die bis Ende 2011 verbaut ist. Laut Bauer könnten die PMO-Mittel in Bauprojekte wie die Bodenplatte für den Kirchturm, die Wetterfahne oder den Eingangsbereich fließen. Die Antragstellung auf PMO-Mittel soll laut Bauer passieren, sobald das künftige Baugrundstück an der Breiten Straße von der Stadt an die Stiftung übertragen ist. Doch auch hier ziehen sich die Dinge nach etlichen avisierten Terminen - zuerst Januar, dann Anfang Februar - hin. „In zwei bis drei Wochen" soll der Vertrag unterschriftsreif sein.

Der FWG-Chef verwahrte sich an diesem Abend auch gegen Äußerungen, die FWG-Mitglied Werner Upmeier in Rundbriefen über ihn gemacht haben soll: etwa bezüglich Bauers Ansichten über die Einrichtung einer Personalgemeinde in der Garnisonkirche. Upmeier bringe „Unwahrheiten und Halbwahrheiten" über ihn in Umlauf, sagte Bauer vor den Gästen. Er werde allerdings auf juristische Schritte verzichten.

Am Rande der Veranstaltung übte Lutz Boede (Die Andere) Kritik an der Vergabe der PMO-Mittel an die Stiftung. Stattdessen müssten Projekte wie der Geschichtspark in der ehemaligen KZ-Außenstelle Klinkerwerk (Oberhavel) angemessen gefördert werden. (ir)